Auch bei der zweiten Fortbildungsveranstaltung drehete sich alles um die Mistel. 17 Fachwarte trafen sich in Unterbalzheim, um mehr über die weißbeerige Laubholzmistel (Viscum album) zu erfahren. Hans Peter Hannak gab zu Beginn einen allgemeinen Überblick über die Mistel. Wichtigstes Detail: Die Mistel steht nicht unter Schutz und darf zum Schutz der Bäume entfernt werden. Die Bekämpfung des Halbschmarotzers ist nach dem Anwachsen der Pflanze sehr schwierig. Über Rindenstränge und Sekundärsenker kann die Mistel ganze Ästpartien befallen, eine vollständige Entfernung der Mistel ist dann aufgrund dieser vegetativen Vermehrung sehr schwierig. Die Verbreitung und somit der Erstbefall eines Baumes findet über Vögel statt. Durch klebrigen Schleim bleiben die Beeren leicht an Ästen des Wirtsbaumes haften. Die Misteln sind Lichtkeiner und wachsen sehr langsam. Sie sind deshalb oft erst Jahre nach dem Befall gut erkennbar.
Mit diesen Informationen begaben sich die Fachwarte nun auf eine Wiese mit Apfelbäumen. Die Bäume wiesen einen sehr starken Befall mit Misteln auf und waren schon längere Zeit nicht geschnitten worden. Die konkrete Herangehensweise wurde deshalb heftig diskutiert. Man einigte sich darauf, dass in einem ersten Schritt klassische Schnittziele (Auslichtungsschnitt, Verjüngungsschnitt) angewendet werden sollten. In einem weiteren Schritt sind dann noch vorhandene Misteln zu entfernen. Hierzu sollten die befallenen Äste entfernt werden bzw. die Misteln herausgeschnitten oder -gebrochen werden. Oberstes Ziel ist es hierbei möglichst alle fruchtenden Misteln aus dem Baum zu entfernen. Auch wenn die hierbei entstehenden Schnittwunden bei "normalen" Schnittmaßnahmen nicht zu tolerieren wären. Die Bäume müssen nach dieser ersten Schnittmaßnahme ständig auf Befall untersucht werden.
Nach getaner Arbeit stärkte man sich mit Kaffee und Kuchen und einer leckeren Suppe.

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