Erneuerungsschnitt 2

"Ihr wollt doch nicht die alten Krücken noch schneiden?!?" bekamen Fachwarte zu hören, als sie sich nach dem Weg erkundigten.

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Auch der zweite Fortbildungsnachmittag war ein SOS Streuobstwiese- Projekt. Ein Klassiker: ein alter, ehemaliger Bauernhof findet einen Käufer. Dieser renoviert und saniert, jedoch bei den Obstbäumen weiß er nicht weiter...

Der Zustand der mehr als 30 Obstbäume war mehr als pflegebedürftig.

Auch hier war die "einfache Kronenpflege" angebracht. Vitalität erneuern bzw. erhalten, weitere Astbrüche verhindern und die Nutzbarkeit der Obstbäume erneuern waren die Schnittziele der 20 Fachwarte welche bei schönsten Vorfrühlingswetter in der Einöde bei Mittelbuch sich zum Baumpflege trafen.

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Ein angemessener Neuaustrieb der Obstbäume ist erwünscht, so dass sich der Aufwand der Folgepflege in den nächsten Jahren in Grenzen hält.

Ob dieses Schnittziel erreicht wurde zeigt sich in zwei Jahren, da erfahrungsgemäß solche alten Bäume erst im 2. Frühling nach dem Schnitt auf diesen reagieren.

 

Praxisseminar: Erneuerungsschnitt I

Mittelbiberach - 0°C - Nebel, die Frisur hält. Gemäß diesem alten Werbeslogan trafen sich 16 Fachwarte zur Fortbildung Altbaumschnitt. Ort des Geschehens war eine Streuobstwiese zwischen Reute und Mittelbiberach mit über 150 Altbäumen. Die Bäume stehen mit 6m relativ eng und sind bedingt durch den engen Stand sehr hoch. Der Vitalitätszustand der Bäume ist sehr heterogen. Insgesamt also optimale Ausgangsbedingungen um das theoretische Wissen über den Altbaumschnitt nun am Objekt anwenden zu können. Antje Beducker rief nochmals das generelle Vorgehen beim Altbaumschnitt in Erinnerung. Wichtigste Erkenntnis: nicht ran an den Baum und sofort losschneiden, sondern den Baum anhand von Vitalität, Standfestigkeit und Nutzbarkeit bewerten und aufbauend auf dieser Analyse die zu treffenden Schnittziele definieren. Antje Beducker erzählte weiter, dass die Obstwiese im Rahmen des Streuobstwiesenkonzepts Baden-Württemberg gefördert wird und in diesem Jahr 60 Bäume geschnitten werden müssen. Ein Teil dieser Bäume war markiert und sollte von den anwesenden Fachwarten geschnitten werden. In Zweiergruppen verteilten sich die Fachwarte auf die Bäume und begannen mit der Arbeit.

 

Wie bei jeder Fortbildung des Netzwerkes, war auch dieses Mal kulinarisch was geboten. So gab es bei einer kurzen Kaffeepause, der närrischen Jahreszeit geschuldet leckere Fasnetsküchle, selbst gemacht von den Pächtern der Streuobstwiese. Nach getaner Arbeit wurden dann alle Fachwarte mit einem deftigen Vesper verwöhnt.  

Theorieabend: Erhaltungs- und Erneuerungsschnitt

Grundlagen wiederholen, das Wissen erweitern und sich mit Kollegen austauschen. Dies waren die Ziele des Theorieabends am 26. Januar 2017 im Gasthaus Burren.

Antje und Claudie hatten einen Powerpoint Vortrag zum Thema Erhaltungs- und Erneuerungsschnitt vorbereitet.

Der Vortrag gliederte sich in drei Teile. Ein Teil war der Vorgehensweise bei der Pflege von älteren Bäumen gewidmet. Baumbeurteilung, Schnittziele und Schnittmethoden.

hirschbronn    Kroneneinkürzung, Kronenauslichtung, das Einkürzen von Kronenteilen sind mögliche Schnittmaßnahmen. Welche dann durchgeführt wird entscheidet der Obstbaumpfleger nach einer umfassenden Baumbeurteilung.

Die Vitalität und die Wachstumsgesetze waren ein weiterer Schwerpunkt des Abends. Dabei stiegen die Referentinnen tief in die Grundlagen ein. Welche Faktoren steuern das Wachstum der Obstgehölze? Wie kann man durch Schnittmaßnahmen das Wachstum in die gewünschten Kronenbereiche lenken?

Das Wissen in welchen Bereichen der Baumkrone die Knospen große Mengen des Wachstumshormones Auxin bilden und welche Reaktionen die Folge sind, war Grundlage für den dritten Teil des Abends: die Einführung in den Schlankschnitt.

Schlank4Für die 37 Fachwarte, welche an diesem Theorieabend teilnahmen gibt es bei den folgenden praktischen Fachwartfortbildungen am 11. und am 25. Februar die Möglichkeit die Inhalte in die Praxis umzusetzen.

 

 

Fachwart-Lehrfahrt in den Zollernalbkreis

 

Obwohl es am frühen Morgen des 7. Januars 2017 in Oberschwaben mit rund -20°C wirklich lausig kalt war, fuhren 11 Fachwarte zur Schnittaktion der Balinger Fachwart-Kollegen nach Balingen-Heselwangen.

Schon während des Überregionalen Fachwartetreffens in Billafingen wurden das Netzwerk der Fachwarte von der Fachwartvereinigung Zollernalbkreis erneut zur Teilnahme an einer Obstbaumpflegeaktion eingeladen. Die Fachwarte des Zollernalbkreises pflegen schon seit einigen Jahren große Obstbaumbestände im Rahmen des Life+  Naturschutzprojektes Vogelschutz in Streuobstwiesen. Die planvolle und nachhaltige Pflege von großen Obstbaumbeständen unter Naturschutz- und Obstbaufachlichen Gesichtspunkten wird dort schon seit einigen Jahren praktiziert und erlaubt auch uns von diesen Erfahrungswerten zu profitieren.

Zu unserer positiven Überrachung war es auf der Zollernalb wesentlich milder: das Thermometer zeigte dort nur -11°C an.

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Markus Zehnder, der Kreisfachberater des Zollernalbkreises nahm sich die Zeit, um uns ausführlich das Pflegekonzept zu erklären. Beim Rundgang über das Gelände, auf welchem 590 Obstbäume stehen, zeigte er uns einige sehr interessante Versuchsbäume welche trotz fortgeschrittenem Birnenverfall wieder vitalisiert werden konnten.  Die Mischung von noch ungepflegten Obstbäumen und solchen, mit einem oder auch schon mehren Pflegedurchgängen bot ein anschauliches, lehrreiches Spektrum am Obstgehölzen.

Nach dem Rundgang durch den beeindruckenden Baumbestand schnitten wir gemeinsam mit unseren Kollegen Obstbäume.Gemeinsam mit anderen Fachwarten und Obstbaumpflegern zu diskutieren und dies dann in die Praxis umzusetzen eröffnet neue Perspektiven und ergänzt die eigenen Baumschnittkenntnisse.

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Das Wetter war besser als erwartet: die Sonne schien und die Temperatur stieg auf milde -6°C. Deshalb griffen wir nach einem ausgiebigen Vesper wieder zu unserem Werkzeug und weitere Apfel- und Birnbäume kamen in den Genuss einer fachkundigen Pflege.

Zu unserer Überraschung wurden auch wir entlohnt. Da wir nicht zum Geldverdienen, sondern zum Austausch und des Weiterlernen wegen nach Heselwangen gefahren waren, darf sich die Vereinskasse des Netzwerkes über die Spende von stolzen 260.-€ erfreuen! Vielen Dank!