Lehrfahrt: Sonderkulturen

 

Im Weiler Badhaus, welcher zur Gemeinde Steinhausen a.d. Rottum gehört, liegt der Hof der Familie Miller.

Felix, ein Fachwart, will in Zukunft dort Sonderkulturen anbauen und auf dem Hof vermarkten.

Fast 30 Fachwarte folgten der Einladung die Versuchskulturen zu besichtigen: Aprikosen, Pfirsiche, Tomaten,Süsskartoffeln, Äpfel, Birnen, Trauben, Aroniabeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, kanadische Felsenbirne, Indianerbananen.. und vieles mehr.

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Felix Miller baut seine Früchte biologisch an und lehnt aus Überzeugung den Einsatz von Kupfer und Schwefel ab.

Derzeit befindet er sich in der Testphase um heraus zufinden welche Sorten und Anbaumethoden für den Biologischen Anbau in Oberschwaben geeignet sind. Dazu hat er ein breites Sortiment an verschiedenen Arten und Sorten gepflanzt.

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Während dieser Versuchsphase erprobt Felix u.a. welche Pflanzenschutzmethoden am effektivsten sind: Netze, Folienhäuser, Überdachungen...,  Er experimentiert mit verschiedenen Untersaaten wie Leguminosen um eine optimale Nährstoffversorgung seiner Pflanzen zu gewährleisten.

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Der fast zweistündige Rundgang durch Folienhäuser und übers Freigelände ging über in eine spannende Verkostung von verschiedenen Früchten wie Trauben, Pfirsich, Aprikosen, Melonen und einer Vielzahl an Obstprodukten wie Marmeladen und Säften.

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Exkursion zum Birnensortenerhaltungsgarten "Unterer Frickhof"

Seit mehr als 30 Jahren werden auf dem Gelände des "Unteren Frickhofes" Birnensorten gesammelt und erhalten. Aufgebaut hat dieses Sammlung Thomas Hepperle.

Dieser führte, wie immer sehr informativ und unterhaltsam, eine Gruppe des Netzwerkes der Fachwarte durch den Birnensortengarten.

 

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Bei den Äpfeln sieht es 2019 eher bescheiden aus. Anders bei den Birnen. So hatten wir das Glück, dass wir das richtige "gebucht" hatten.

Viele Bäume trugen reichhaltig Früchte und manche waren auch schon reif und konnten probiert werden.

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Ein Hochstamm der Sorte: Stuttgarter Gaishirtle. Sehr, sehr lecker- aber leider eher für mildere Lagen geeignet.

Ein alter Baum, welcher durch einen fachkundigen Schnitt wieder revitalisiert wurde.

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Gemeinsam mit Dr. Walter Hartmann informierte Thomas Hepperle über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Birnensorten. Seine Empfehlung, Wirtschaftsbirnen betreffend: Nägelesbirne und Wilde Eierbirne. Diese Sorten sind unempfindlich genüber Birnenverfall und Feuerbrand und haben zudem gute Verwertungseigenschaften.

 

Leider ist Feuerbrand im Sortengarten immer noch ein Problem. 

Die beiden Obstbauprofis Hepperle und Hartmann warnen deshalb vor einem Sommerschnitt an Birnbäumen: die Infektionsgefahr ist zu hoch.

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Spalierfortbildung-Theorie und Praxis

Am 25.05. starteten wir den Praxisteil „Spalier“ bei unserer Referentin Antje in Mittelbiberach. An Antjes beiden Birnbaumspalieren konnten wir gleich unter Beweis stellen, wie viel vom Theorie-Unterricht noch übrig war. So mancher kam ins Grübeln, ob es sich um eine Verrier- oder Gaucher-Palmette handelt, bzw. welcher Baum welchen Spalierschnitt hat. Glücklicherweise hatten einige das Skript zur Hand, so dass wir das Rätsel gemeinsam lösen konnten.
Antje zeigte uns hier die richtige Schnitttechnik, bevor wir, auch wegen einer herannahenden Regenfront, ziemlich schnell zu unserer Reise durch 4 weiteren Gärten starteten.
Die erste Station war in Mittelbiberach, wo wir nicht nur einen relativ jungen Baum, sondern auch die Gerüstkonstruktion begutachten konnten. Vom Gartenbesitzer erhielten wir auf Anfrage wertvolle Tipps hierzu.

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Danach ging es weiter zu einem älteren Spalier, ebenfalls in Mittelbiberach. Mittlerweile regnete es in Strömen, was Antje nicht davon abhielt, den Baum fachmännisch zu schneiden und uns nebenbei zu erklären, wieso sie die einzelnen Schnitte durchführt.
Anschließend ging es nach Reute, wo ein kleines Highlight auf uns wartete: eine belgische Hecke, die von Antjes Vater und dem Besitzer Schorsch schon viele Jahre gehegt und gepflegt wird. Hier durften wir die letzte Ernte in flüssiger Form genießen. Schorsch lud uns in seinen Wintergarten zu Most, Saft und Häppchen ein und wir fühlten uns rundum wohl. In geselliger Runde wurden einige lustige Anekdoten rund um die Streuobstwiesen erzählt. Manche Vorkommnisse, bei denen es um Obstdiebstahl und rücksichtsloses Verhalten ging, machten uns aber auch nachdenklich.

Zurück in Mittelbiberach schauten wir uns nochmals ein paar sehr schön erzogene, junge Spalierbäume (Birne, Apfel, Kirsche) an und ließen uns von der Gartenbesitzerin von ihren Erfahrungen erzählen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich für die Spaliererziehung vor allem die M9-Unterlage empfiehlt, bei Kirschen ist Colt eine gute Wahl. Außerdem spielt auch die richtige Sorte eine große Rolle.

Den Tag ließen wir bei Antje bei hervorragender Bewirtung und vielen guten Gesprächen ausklingen.

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Fachwartfortbildung Erziehungsschnitt

Die Fachwartfortbildung Erziehungsschnitt ist ein fester Bestandteil des Forrtbildungsprogrammes des Netzwerkes der Fachwarte.

Dieses Jahr waren wir wieder auf der Eberhardzeller Streuobstwiese. Aufgrund der guten Pflege hatten sich die Jungbäume wirklich gut entwickelt.

Bevor es ans Schneiden in gemischten Kleingruppen ging, gab es einen theoretischen Input: Erziehungsschnitt an Birnbäumen.

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Im Gegensatz zum Apfelbaum mit der meist runden Kronenform, neigen viele Birnensorten zu einem hochpyramidalen Wuchs. Bei einer nachlässigen Kronenerziehung "geht dann die Mitte durch" und die Leitäste verkümmern. Werden beim Erziehungsschnitt konsequent die Mitte schlankgeschnitten und die Leitäste gefördert, kann man zu hohe Birnbäume verhindern. 

Spannend ist der Schnitt von Birnbäumen durch Sortentypische Wuchseigenschaften: viele Sorten neigen zu extrem flachen oder steilen Astansatzwinkeln und auch zu weiteren Herausforderungen wied den häugig anzutreffenden Schleuderwuchs, z.B. bei der Ulmer Butterbirne.